Die Kosten der EPR-Compliance in Ungarn setzen sich aus zwei getrennten Dingen zusammen, die leicht zu verwechseln sind: die MOHU-EPR-Gebühr (eine gesetzlich festgelegte Gebühr pro Kilogramm, die an MOHU gezahlt wird) und, falls Sie einen in Anspruch nehmen, die Servicegebühr Ihres bevollmächtigten Vertreters. Dieser Ratgeber erläutert beides, zeigt die kg-Sätze für 2026, wie die MOHU-Gebühr berechnet wird und wie und wann sie in Rechnung gestellt wird — damit Sie Ihre tatsächlichen Jahreskosten abschätzen können.

Das Wichtigste in Kürze

Die zwei Kosten, getrennt gehalten

Wenn Menschen fragen "Wie viel kostet EPR in Ungarn?", verwechseln sie meist zwei verschiedene Dinge:

Diese Trennung ist wichtig: ein Angebot für "EPR ab 150 EUR" ist ein Service-Preis, nicht Ihre gesamten regulatorischen Kosten.

Wie die MOHU-Gebühr berechnet wird

Die MOHU-Gebühr ist im Prinzip einfach: das Gewicht, das Sie in Verkehr bringen, in Kilogramm, multipliziert mit dem kg-Satz für das jeweilige Material. Sie melden das Gewicht je Materialstrom in Ihrer Quartalsmeldung, und MOHU stellt anschließend den entsprechenden Betrag in Rechnung. Es gibt keine Vorauszahlung und keinen Jahresausgleich — die Belastung folgt Ihren tatsächlich deklarierten Mengen in jedem Quartal.

Gebührensätze 2026 (HUF/kg)

Dies sind die maßgeblichen Sätze, die 2026 gelten (per Verordnung zum 1. Oktober 2025 festgelegt und für 2026 unverändert). Verpackungen sind der häufigste Strom für E-Commerce-Verkäufer:

MaterialstromHUF/kg
Kunststoffverpackungen219
Papier- / Kartonverpackungen173
Metallverpackungen186
Glasverpackungen107
Holzverpackungen22
Verbundverpackungen191
Textilverpackungen148
Textilprodukte164
Reifen137
Büropapier128
Einwegkunststoffe113

Elektro- und Elektronikgeräte (WEEE), Batterien und andere Ströme haben eigene Sätze je Kategorie; Ihr Vertreter wendet den korrekten Satz auf jeden KF code an.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Angenommen, Sie versenden über ein Jahr Waren nach Ungarn, die 500 kg Kunststoffverpackungen und 300 kg Papier/Karton verwenden:

Das ist nur die MOHU-Gebühr; die Servicegebühr des Vertreters ist getrennt. Für viele leichte Verkäufer mit geringem Volumen ist die MOHU-Gebühr selbst bescheiden — der Hauptwert eines Vertreters liegt darin, die Compliance-Last und das Risiko von Bußgeldern zu beseitigen.

Rechnung, Zahlung und MwSt

Werde ich doppelt belastet (EPR vs. Produktgebühr)?

Bei den Hauptströmen nein. Bis Ende 2024 unterlagen einige Produkte sowohl der EPR als auch der älteren Umweltproduktgebühr. Seit dem 1. Januar 2025 wurde die Doppelpflicht für die Hauptströme aufgehoben — Verpackungen, Elektronik, Batterien, Reifen sowie Büro-/Werbepapier — die nun nur EPR sind und an MOHU gezahlt werden. Die Umweltproduktgebühr (an NAV gezahlt) bleibt nur für eine schmale Restliste bestehen, zuzüglich Einwegkunststoff-Tragetaschen, die als einziges Produkt noch beidem unterliegen.

Vereinfachung für Kleinverkäufer

Für sehr kleine Hersteller gibt es eine leichtere Regelung: nach der Regierungsverordnung 80/2023 (27.§(1b)) darf ein Hersteller, dessen Jahresumsatz das Fünffache des jährlichen Mindestlohns nicht übersteigt, vereinfachte Aufzeichnungen führen und einmal jährlich, bis zum 20. Januar, statt quartalsweise melden. Dies ist eine administrative Vereinfachung, keine Gebührenbefreiung — die Gebühr selbst gilt weiterhin.

Häufige Fragen

Wie viel kostet EPR in Ungarn für einen Kleinverkäufer?

Es hängt von Ihren Mengen ab. Die MOHU-Gebühr sind Ihre deklarierten Kilogramm × der kg-Satz (z. B. 219 HUF/kg für Kunststoffverpackungen). Ein leichter Verkäufer mit geringem Volumen zahlt oft eine bescheidene MOHU-Gebühr; die Servicegebühr des Vertreters (ab etwa 150 EUR/Quartal) ist getrennt.

Sind die 150 EUR die gesamten EPR-Kosten?

Nein. 150 EUR pro Quartal sind eine typische Einstiegs-Servicegebühr für einen bevollmächtigten Vertreter. Die gesetzliche MOHU-EPR-Gebühr — deklarierte Kilogramm × der kg-Satz — ist getrennt und wird an MOHU gezahlt.

Wann muss ich die MOHU-Rechnung bezahlen?

Innerhalb von 15 Tagen nach Erhalt. MOHU stellt quartalsweise nachträglich auf Grundlage Ihrer Meldung in Rechnung. Es gibt keine Ratenzahlung und keine Vorauszahlung.

Zahlen ausländische Verkäufer ungarische MwSt auf die EPR-Gebühr?

Nein. Ein ausländischer Hersteller ohne ungarische Niederlassung zahlt die MOHU-Gebühr ohne ungarische MwSt, weil der Leistungsort nicht Ungarn ist. Ein inländischer Hersteller zahlt 27 % MwSt auf die Gebühr.

Zahle ich sowohl EPR als auch die Umweltproduktgebühr?

Bei den Hauptströmen (Verpackungen, Elektronik, Batterien, Reifen, Büro-/Werbepapier) nein — seit 1. Januar 2025 sind diese nur EPR. Nur eine schmale Restliste, zuzüglich Einwegkunststoff-Tragetaschen, unterliegt weiterhin der Produktgebühr.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Rechts- oder Steuerberatung. EPR-Regeln, Gebühren und Fristen ändern sich – prüfen Sie Ihre aktuellen Pflichten stets bei den ungarischen Behörden (MOHU, NAV) oder einem qualifizierten Berater.